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Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Burlafingen



So unentbehrlich Feuer und Wasser für den Menschen sind, so schädlich können beide werden. Verheerende Folgen sind schon durch Feuersbrünste und Überschwemmungen entstanden. Der Mensch sucht sich gegen die entfesselten Elemente zu wehren. Als Löschgeräte dienten aus Binsengeflecht und dergleichen hergestellte Löscheimer. Durch innwandiges Bestreichen mit Pech wurden diese Eimer wasserdicht gemacht. Bruchsicherer und stabiler waren dann die später hergestellten Feuereimer aus Leder. In jedem Haus musste mindestens ein Eimer dieser Art vorhanden sein. Die Neuaufnahme von Bürgern war in vielen Städten mit der Anschaffung von Feuerkübeln verbunden.

Die Gebäude bestanden hauptsächlich aus Holz, Stroh, Lehm und dergleichen. Offenes Licht mit Kerzen, Kienspan oder Öllicht dienten zur Beleuchtung. Bei der geringsten Unachtsamkeit konnte dies zu einer Brandkatastrophe führen. Zu Löscheinsätzen rückte jeder zur Verfügung stehende Bürger mit seinem Feuereimer an und bildete eine Eimerkette von Hand zu Hand. Meistens konnte dabei nur das allernötigste an Hab und Gut gerettet oder das Nachbarhaus geschätzt werden.

Es fällt unserer Vorstellung heute schon recht schwer, mit den gegenwärtigen technischen Geräten und Ausrüstungen, sich in die damaligen Zeiten zurückzuversetzen. Aus den wenig vorhandenen Unterlagen geht hervor, dass bereits lange Zeit vor der Gründung einer geordneten Feuerwehr, Helfer nicht nur innerhalb des Ortes, sondern auch in Nachbargemeinden bereit waren, die in Not Geratenen hilfreich zu unterstützen.

Als im Jahre 181 1 in Holzheim eine große Feuersbrunst wütete, eilten auch 28 Männer aus Burlafingen zu Hilfe.

Sonntägliche Mittagsruhe herrschte an jenem 30. April 1843 im Ort. Dichtes Wolkengebilde deutete auf ein aufziehendes Gewitter hin. Plötzlich stand das Haus des Bürgermeisters Wieland lichterloh in Flammen. (Hs. Nr. 41/2) Der aufkommende Wind trug das Feuer auf die größtenteils Strohbedeckten Nachbarhäuser und legte das halbe Dorf in Schutt und Asche. In der "Chronik der Kreishauptstadt Ulm aus dem Jahre 1843" ist zu lesen: "Das Feuer griff mit solcher Schnelligkeit um sich, dass ein zweiter Feuerreiter hierher kam und so zum zweitenmale Feuerlärmen gemacht wurde."

Auch ein Riesenaufgebot von Feuerwehrmannschaften mit ihren Feuerspritzen konnte ein noch größeres Ausmaß dieser furchtbaren Katastrophe verhindern. Bei dieser Brandbekämpfung, die bis in die Nacht dauerte, waren 15 Feuerspritzen und 19 Feuerrotten aus dem Umkreis von Ulm bis Günzburg und Senden bis Langenau im Einsatz.

Der Neu-Ulmer Landrichter sprach den Hilfskräften öffentlich seinen "geziemenden" Dank aus. Lange Zeit wurde im Ort über die Brandursache gerätselt. Ein Blitzschlag wurde hauptsächlich vermutet. Dass diese Brandkatastrophe durch eine Brandstiftung ausgelöst worden war, konnte man erst 10 Jahre später durch Zufall erfahren.

Der 18-jährige Sohn des Bürgermeisters Wieland hatte in seinem väterlichen Anwesen, um seinen Vater zu berauben, den Brand gelegt. Neun Jahre nach dieser Tat ermordete dieser Bursche bei Denzingen im Landkreis Günzburg einen Bauern und raubte ihm dabei 40 Gulden. Seinem Freund in München erzählte er von diesen verbrecherischen Taten. Dieser jedoch meldete dies der Gendarmerie. Durch Amnestie wurde die verhängte Todesstrafe in eine lebenslängliche Zuchthausstrafe umgewandelt. <7p>

Nach dieser verheerenden Brandkatastrophe, welche viel Elend und Not in den Ort brachte, war die Gemeindeführung bestrebt, einen besseren Brandschutz zu schaffen. Sie nützten dabei das Angebot der württembergischen Gemeinde Beimerstetten, Landkreis Ulm, und kauften dieser Feuerwehr am 13. Juni 1845 ihre Tragfeuerspritze um 150 Gulden ab. Das für die damaligen Verhältnisse moderne Löschgerät war dann bis zum Jahre 1873 oftmals im Einsatz.

Bei vielen Löscheinsätzen war die"Burlafinger Rotte" im gesamten Umkreis als besonders schlagkräftig bekannt. Die Standarte von dieser Mannschaft ist noch vorhanden.

Am 30. August 1873 teilte das Bezirksamt Neu-Ulm (ab 1939 Landratsamt) auftragsgemäß der Regierung von Schwaben und Neuburg, Kammer des Innem, mit, dass innerhalb des Bezirksamtes Neu-Ulm verschiedene Gemeinden mit alten und schlechten Feuerspritzen ausgerüstet sind. Auch Burlafingen wurde veranlasst, ein größeres Löschgerät anzuschaffen. Obwohl die Gemeindekasse alles andere als voll war, hat Bürgermeister Josef Zeh mit seinem Gemeinderat den Beschluss gefasst, bei der Firma Conrad - Dietrich Magirus in Ulm, im September 1873 eine auf vier Räder montierte Saug - und Druckspritze für Pferdegespann zu kaufen.

Zunächst leistete die Gemeinde hierzu eine Anzahlung von 600 Gulden. Den Restbetrag von 375 Gulden stundete die Fa. Magirus bis zum Januar 1875 mit 4,5 % Zinsen. Verschiedene von Herrn Magirus handgeschriebene Rechnungen, aber auch Mahnungen, liegen noch vor.

Nach der Gründung des Bayerischen Landes-Feuerwehr-Verbandes in München im Jahre 1868 war man bestrebt, dieses System der geordneten Hilfe im Unglücksfall auf die Gemeinden zu übertragen. Immer mehr erkannte man richtig, dass ein organisierter Feuerschutz besser und schlagkräftiger ist, als eine Selbsthilfegruppe ohne entsprechende Führung und Kommando.

Erst beim zweiten Versuch gelang es Bürgermeister Zeh am Samstag, dem 22.Mai 1875 eine Freiwillige Feuerwehr Burlafingen zu gründen." Er übernahm den Vorsitz seine neuen Wehr, zum ersten Kommandanten wurde Benedikt Mayer gewählt. Als Zeichen des Dankes und der Anerkennung für die Hilfsbereitschaft, sowie des kameradschaftlichen Zusammenhaltens der inzwischen 41 Mann starken Wehr, kaufte die Gemeinde im Jahre 1880 zwei Meter roten Flanell für 3,20 Mark zur Anfertigung einer Feuerwehrfahne.

Nach deren Fertigstellung im Jahre 1881 trug Fähnrich Andreas Berchtold die neue Fahne in die St. Jakobskirche. Dort erhielt sie von Pfarrer Karl Clos feierlich die kirchliche Weihe. Nunmehr ist dieses historische Schmuckstück nach aufwendiger Renovierung bleibender Zeitzeuge aus einer langen Burlafinger Feuerwehrgeschichte.

Der Erste Weltkrieg 1914-18 ging auch bei der Burlafinger Feuerwehr nicht spurlos vorüber. Durch die Einberufung zum Militär war der Mannschaftsstand erheblich dezimiert. Viele Feuerwehrkameraden fanden in fremder Erde ihre letzte Ruhestätte.

34 Jahre war die handbetriebene Sang- und Druckspritze stets einsatzbereit. 18 Mal musste sie zu Bränden, auch in Nachbargemeinden, ausrücken. Bis Bubesheim, Landkreis Günzburg, wurde die Burlafinger Wehr gerufen, als dort im März 1914 drei große landwirtschaftliche Anwesen in Flammen standen.

Der letzte Einsatz zu einem Grossbrand war für die Löschmaschine - so wurden solche Spritzen damals genannt - am 29. September 1929. Als das Anwesen bei Anton Schick, Hs. Nr. 6, infolge Brandstiftung eine Stunde vor Mitternacht lichterloh brannte, brauchte der Hornist diesmal nicht viel Alarm blasen, auch die Feuerglocke musste nicht geläutet werden.

Die meisten Feuerwehrleute befanden sich bei einer Festveranstaltung in der gegenüberliegenden Brauereigaststätte. Sie eilten alle von dort zum Einsatz. 70 Hilfskräfte beteiligten sich an den Löscharbeiten. Zwei Wehrleute erlitten dabei Verletzungen. Durch den schnellen Einsatz der Weckerlinie aus Neu-Ulm (Schnelleinsatzgruppe der Stadtfeuerwehr) konnte die Ausbreitung des Brandes verhindert werden.

Trotz der Tragik dieser Brandkatastrophe kursierten lange Zeit danach humorvolle Episoden, welche sich während des Löscheinsatzes angeblich ereignet haben. Sehr gefordert waren während dieser sechsstündigen Brandbekämpfung insbesondere die acht Mann an der Sang- und Druckspritze. Der benachbarte Braumeister hatte ein Einsehen und stellte ihnen ein Fass Bier auf den Pumpenwagen.

Viele Jahre war das inzwischen ausgediente Löschgerät der Feuerwehr erhalten geblieben, bis es dann wegen Platzmangel verschrottet wurde. Somit ist das ehrwürdige und historische Stück aus nicht nachvollziehbaren Gründen für immer verloren gegangen. Das gleiche Schicksal ereilte auch den einachsigen Schlauchwagen.

Ein besonderer Tag war für die inzwischen 82 Mann starke Wehr am 27.April 1931. Erstmals wurde die Burlafinger Feuerwehr mit einer Motorspritze ausgerüstet. Dieses neuzeitliche Feuerlöschgerät, Typ: Goliath 11 von der Firma Magirus, kostete 3700 Reichsmark; es leistete 800 Liter pro Minute.

Diese Anschaffung erwies sich bereits am 2. April 1932 beim Großbrand am Anwesen von Martin Zeh (Pfaulebauer) von großem Nutzen. Durch die starke Hitzestrahlung und Funkenflug waren die Nachbarhäuser irn Umkreis sehr gefährdet.

Dank der leistungsstarken Spritze, sowie durch die Hilfe der Neu-Ulrner Wehr, wurde die Ausbreitung weiterer Brände verhindert. Bei Ausbruch des Zweiten Weltkriegs am 1. September 1939 und in den folgenden Kriegsjahren mussten 27 Feuerwehrmänner zum Militär einrücken. Die dadurch entstandenen Lücken füllte zum Teil die ältere Generation aus. Zusätzlich schuf Altbürgerineister - zugleich Kreis-Ehrenbrandmeister - Matthias Holzschuh eine Frauenfeuerwehr mit 34 Damen.

Firma Heilenlann (frühere Riedstraße) stellte hierzu das betriebseigene Löschgerät TS 8 mit ziehbarem Hänger zur Verfügung. Feuerwehr und Soldaten der Wehrmacht löschten gemeinsam am 20. Februar 1941 einen völlig zertrümmerten Lastzug; dieser war wegen versehentlich offengelassenen Bahnschranken vom Schnellzug erfasst worden und ist dann ausgebrannt. Die Folgen des Kriegs machten sich immer mehr bemerkbar, alliierte Bomberverbände zerstörten nicht nur militärische, sondern auch Industrieanlagen und Wohngebiete.

Durch einen Fliegerangriff auf Burlafingen am 1 0. September 1944 kamen 6 Menschen ums Leben. Rettungs- und Aufräumungsarbeiten forderten tagelangen Einsatz. Nach dem Angriff stellte man fest, dass Tausende der abgeworfenen Brand- und Sprengbomben ihr Ziel Gott sei Dank - verfehlten und somit den Ort vor der totalen Zerstörung verschonten.

Am Sonntagabend des 17. Dezember 1944 waren die beiden Städte Ulm und Neu-Ulm das Ziel eines verheerenden Fliegerangriffes. Alle Feuerwehren im weiten Umkreis waren dabei rund um die Uhr im tagelangen Einsatz. Als am 1. und 4. März 1944 die Angriffe auf Pfuhl und Neu-Ulm erfolgten, leisteten die Burlafinger dort wieder unter Einsatzleitung von Max Denzel große Hilfsdienste.

Im Laufe des Krieges mussten immer öfters in der Feuerwehr-Mitgliederliste Namen gestrichen werden, mit dem Vermerk: gefallen oder vermisst an der Front. 16 Feuerwehrkameraden kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück.

Unmittelbar nach Kriegsende war die US-Militärregierung bestrebt, die Ordnungs- und Hilfsorganisationen wieder zu rekrutieren. Es war für Kommandant Behr bei den damaligen Verhältnissen und insbesondere durch Personalmangel sehr schwierig, wieder eine Einsatzfähige Feuerwehr zu etablieren. Erst ab 1950 gelang es dem neugewählten Kommandanten Matthias Stolz durch Nachwuchskräfte eine optimale Wehr zu schaffen. Die Frauenfeuerwehr hatte sich bereits aufgelöst. Das Löschgerät samt Anhänger übereignete Fa. Heilemann der Feuerwehr Burlafingen, es kam aber nicht in die Hände der Feuerwehr. Über das mysteriöse Verschwinden wird immer noch gerätselt.

Eine Feuerwehrmannschaft wurde im Frühjahr 1952 mit grau-grünen Einsatzuniformen ausgestattet. Gemäß Anordnung der Militärregierung mussten diese, wie auch die bisherigen Monturen, mit dem Stoffaufnäher"Fire Dept " (Feuerwehr) versehen sein. Während der 8-jährigen Amtszeit des Kommandanten Matthias Stolz waren Gott sei Dank keine größeren Brandeinsätze zu verzeichnen.

Durch Dauerregen im Juli 1956 standen nicht nur viele Keller unter Wasser, auch die Stallungen mussten in pausenlosen Einsätzen ausgepumpt werden. Die nunmehr veraltete Feuerwehrspritze TS 8, seit 1931 im Einsatz, war, mehr schlecht als recht, einsatztauglich. Selbst bei Feuerwehrübungen befolgte das alte Gerät, sehr zur Belustigung der Zuschauer, oftmals nicht das Kommando: "Wasser marsch! "

Vorgetragene Bitten an den Gemeinderat um eine Neuanschaffung fanden dort wegen der prekären Finanzlage der Gemeinde nicht die gewünschte Resonanz. Zunächst ist den kommunalen Baumaßnahmen, wie Schule, Straßen, Friedhofshalle usw., erste Priorität eingeräumt worden. Erst nach Ausfall der altgedienten Spritze bei einem Brand in der Fa. Baumann am 31. Januar 1957 kam die Wende. Rasches eingreifen der Feuerwehr Neu-Ulm verhinderte das Ausbreiten des Brandes. Diese Tatsache veranlasste den Gemeinderat, der Anschaffung des Löschgeräts TS 8 (wie bisher) mit ziehbarem Anhänger, zuzustimmen. Im Hinblick einer aufstrebenden Gemeinde, sowie insbesondere der Ansiedlung von verschiedenen Gewerbevertrieben, plädierte die Feuerwehr für ein zukunftgerechtes Einsatzfahrzeug LF 8/Opel-Blitz, ausgestattet mit Magirus Löschgeräten. Die"diskussionsfreudige" Bürgerversammlung am 9. März 1956 brachte Erfolg.

Bereits zwei Tage später entschied der Gemeinderat unter Leitung von Bürgermeister Anton Glöckler die Anschaffung nach den Vorstellungen der Feuerwehr. Zunächst galt es das Gerätehaus am Rathaus zweckentsprechend herzurichten und zu renovieren. 412 Stunden schafften dabei die Feuerwehrmitglieder unentgeltlich. In doppelter Hinsicht war für die Feuerwehr der 1 0. Oktober 1957 ein Festtag. Gleichzeitig mit der Weihe und Übergabe des neuen Löschfahrzeugs konnte die Wehr das 80-jährige Gründungsfest im vollbesetzten Kreuz-Saal feiern. Neben den vielen Ehrengästen konnte Bürgermeister Glöckler auch den 85-jährigen Altkommandanten Georg Schlaier begrüßen. Bei der großangelegten Schauübung anlässlich des Feuerwehrjubiläums hatten die Bürger die Möglichkeit, sich über die Richtigkeit der Anschaffung des Löschfahrzeuges zu überzeugen. Nach 8 Jahren schwierigen Aufbauzeiten der Burlafinger Feuerwehr nach dem Kriege, übergab Matthias Stolz am 10. März 1959 anlässlich einer Jahreshauptversammlung das Kommando seinem Nachfolger Jakob Schmid. Zur Verhinderung von Heustockbränden wurde in Burlafingen ein Heu-Abkühlgerät - auch Heuwehr genannt - stationiert. Die damit entsprechend ausgebildete Gruppe konnte bei rechtzeitigen Alarmierungen viele Brände verhindern.

Durch Zusamrnenschluss der beiden Gemeinden Pfuhl-Burlafingen am 1. Juli 1972 übernahm Bürgermeister Karl Salzmann die Führung der weiterhin selbstständigen Feuerwehr Burlafingen. Kommandant Jakob Schmid würdigte die Verdienste des bisherigen Vorsitzenden Hans Lang. Bürgermeister Lang hatte für die Belange der Feuerwehr stets ein offenes Ohr.

Schon bei größeren Feuerwehrübungen zeigten sich enorme Mängel hinsichtlich der Löschwasserversorgung. Hierzu standen nur zum Grundwasser gegrabene Brunnen oder Wasserreservoirs zur Verfügung. Besonders problematisch waren dabei nicht nur die zeitaufwendigen Schlauchverlegungen über weite Strecken, sondern die Kapazitäten dieser Saugstellen waren bei größeren Einsätzen nicht ausreichend. Mit den baulichen Entwicklungen der Gemeinde war auch der Ausbau der Trinkwasserversorgung mit gleichzeitigem Einrichten von Hydranten verbunden. Im gesamten Ortsbereich stehen derzeit 145 solcher Wasserentnahmestellen der Feuerwehr zur Verfügung.

Im Rahmen der Völkerverständigung hat auch der Landkreis Neu-Ulm im Jahre 1970 mit der Südtiroler Gemeinde Prad am Stilfserjoch eine Patenschaft besiegelt. Kurze Zeit später startete die Feuerwehr Burlafingen als erste Vereinsorganisation innerhalb des Landkreises einen Feuerwehrausflug nach Prad. Die Organisationsleitung oblag wieder in den seit Jahren bewährten Händen von Richard Frank und Schriftführer Georg Ullrich.

Bleibende kameradschaftliche Beziehungen sind dabei mit den dortigen Feuerwehrmitgliedem und anderen Kreisen entstanden. Dies führte auch dazu, dass die Feuerwehr Prad die Patenschaft für die Burlafinger Feuerwehrfahne übemahm und damit einen echten Beitrag zur Partnerschaft über Grenzen hinweg leistete. Als Symbol der kameradschaftlichen Verbundenheit erhielt in Burlafingen eine Straße den Namen dieser Südtiroler Gemeinde.

Auch mit den österreichischen Feuerwehrkameraden aus Wildermieming/Oberinntal (bekannt durch die Fernsehserie "Der Bergdoktor") pflegt die Burlafinger Wehr seit einem Vereinsausflug am 14. Juli 1973 freundschaftliche Beziehungen. Nach 40 Jahren aktiven Feuerwehrdienstes, einschließlich 24 Jahren in verschiedenen Kommandantenfunktionen, übergab Jakob Schmid am 29. März 1974 seinem bisherigen Stellvertreter Richard Frank das Kommando. Zu 23 Brandeinsätzen, sowie 5 verschiedenartigen Hilfeleistungen, ist die Feuerwehr während seiner Zeit als 1. Kommandant ausgerückt.

Vom 25. bis 27. Juli 1976 feierte die Feuerwehr bei hochsommerlichem Wetter das 100Jährige Gründungsfest. Eine große Schauübung auf dem Dorfplatz in Kooperation mit den Nachbarwehren und dem Bayerischen Roten Kreuz leitete dieses Jubiläumsfest ein. 44 Vereine und Gruppen beteiligten sich am Festumzug.

Besonders erfreut war Bürgermeister Salzmann - zugleich Schirmherr - bei seiner Begrüßungsansprache nicht nur über die große Besucherzahl, sondern auch über die Festteilnahme der Südtiroler und Österreichischen Feuerwehren. Während am Sonntagnachmittag das Festliche Treiben in und um das Festzelt seinen Höhepunkt erreichte, musste die Feuerwehr zu einem Brandeinsatz fahren.

Im Zuge der großen Gebietsreform wurde auch die Großgemeinde Pfuhl-Burlafingen 1977 in die Stadt Neu-Ulm eingegliedert. Die Feuerwehr Burlafingen stand dadurch vor der Alternative entweder Anschluss als Löschgruppe zur städtischen Feuerwehr, oder selbstständig zu bleiben. Anlässlich einer Feuerwehr-Hauptversammlung stimmten die Mitglieder einstimmig für die Selbstständigkeit. Seit Gründung der Freiwilligen Feuerwehr war es üblich, dass der amtierende Bürgermeister zugleich auch Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist. Diese Tradition ist durch die Stadteingliederung gebrochen worden. Am 3 1. März 1978 haben die Feuerwehrmitglieder den ehemaligen Stadtrat Andreas Hartman zu ihrem Vorsitzenden gewählt.

Ein herausragendes Ereignis in der Feuerwehrgeschichte war am 27. Juli 1980. Nach 14monatiger Bauzeit konnte die neue Feuerwehrhalle feierlich ihrer Bestimmung übergeben werden. Stadtbrandinspektor Karl Felk erläuterte während der Einweihungsfeierlichkeiten die Notwendigkeit dieses Neubaus. Mit diesem Bau löste die Stadt Neu-Ulm das Eingliederungsversprechen ein. Oberbürgermeister Dr. Biebl war insbesondere über die enormen Eigenleistungen begeistert. Immerhin hat die Feuerwehr durch 1712 freiwillige Arbeitsstunden, sowie Materiallieferungen und Maschineneinsätzen von örtlichen Firmen, nahezu ein Drittel der Gesamtkosten erbracht.

Die beiden Pfarrer Rudolf Gaißmaier und Pfarrer Heller gaben dem neuen Feuerwehrdomizil die kirchliche Weihe. Zu den vielen Ehrengästen und Gratulanten gehörte auch erfreulicherweise die Feuerwehr Prad.

Die Hauptfeuerwehr der Stadt Neu-Ulm wurde mit dem neuzeitlichen Fahrzeug TLF 24/50 ausgerüstet und demzufolge konnte sie ihr bisheriges Tanklöschfahrzeug TLF 16 der Stadtteilwehr Burlafingen abgeben. Dieses robuste Magirusfahrzeug war in Neu-Ulm 21 Jahre im Einsatz. Es ist nicht zu verkennen, dass durch dieses Fahrzeug die Schlagkraft der Burlafinger Feuerwehr erheblich gesteigert worden ist.

In der Burlafinger Feuerwehrchronik ist keine Veranstaltung in solcher Größenordnung und Resonanz, wie die feierliche Fahnenweihe vom 27. bis 29. Mai 1983, verzeichnet. Die neue Burlafinger Feuerwehrfahne, geweiht in der St. Konradskirche vom Südtiroler Pfarrer Rudolf Hilpold, soll die Einigkeit und Kameradschaft symbolisieren. Sie wird die Vereinsmitglieder der Feuerwehr durch den Alltag in Freud und Leid, eigentlich durch das ganze Leben begleiten. Dass die Südtiroler Feuerwehr aus Prad die Patenschaft dieser Burlafinger Feuerwehrfahne übemahm, ist ein Zeichen einer langjährigen und bleibenden kameradschaftlichen Verbundenheit zwischen den beiden Wehren.

Als Ersatzbeschaffung für das inzwischen ausgemusterte Einsatzfahrzeug Opel-Blitz, erhielt am 19. Mai 1985 die Burlafinger Wehr ein neues Einsatzfahrzeug - Mercedes LF 8 11. In mehrfacher Hinsicht,war dieser Tag Grund zu feiern. Zusätzlich ist bei dieser Veranstaltung auch ein VW-Kombi Mannschaftswagen seiner Bestimmung übergeben worden. Dieses gebrauchte Fahrzeug finanzierte die Feuerwehr-Vereinskasse. Feuerwehrleute haben in Eigenleistung diesen Wagen fachmännisch zu einem zweckentsprechenden Einsatzwagen umgebaut.

Durch Spenden und dem Erlös von Altpapier- und Altmetallsammlungen, welche jährlich im Stadtbereich Burlafingen durchgeführt werden, war es möglich. die entsprechenden Ausstattungen für dieses Fahrzeug zu finanzieren.